Presse: Sächsische Zeitung 18.11.2008  
  Erwachsene entdecken das Zwergenland  

 


Der Liedermacher Gerhard Schöne hat einen gemalt, die Schauspielerin Annekathrin Bürger, der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Menschen aus der Oberlausitz sowieso, aber auch aus vielen Ländern der Welt wie Polen, Spanien, China und Peru. Sie alle haben Zwerge für das neue Buch von Ulrike Leubner aus Olbersdorf bei Zittau beigesteuert. Über 100 Bilder sind nun im "Zwergenland 3" verewigt, das am Donnerstag in Dresden Premiere hat.

Aus China ein Panda

Angefangen hat alles 2005, als das erste Zwergenland-Buch beim ClauS Verlag in Chemnitz erschien. Ulrike Leubner hatte dafür Geschichten geschrieben und einen Aufruf gestartet, Zwerge zu malen. Mit den 300 Bildern, die sie von Kindern bekam, wurde der zweite Band gestaltet. Im dritten Zwergenland-Buch ist nun zu sehen, was Erwachsene zu Papier bringen.

So gibt es kleine, dicke Zwerge und lange, dünne, Zwerge mit roter Zipfelmütze und Laterne oder mit Ohrringen, mit einer Gitarre oder Blume in der Hand, mit wenigen Strichen gezeichnet oder aufwändig gemalt. "Mir liegen alle am Herzen", sagt Ulrike Leubner. Die 53-Jährige kann zu jedem Bild eine Geschichte erzählen. So haben sie die Zwerge von Wolfgang Hohlfeld aus Olbersdorf berührt. Er sieht sehr schlecht, wollte sich aber gern beteiligen und malte mit Lupen.

Wie die Fotografie von dem Panda in das Buch gekommen ist, kann sie auch erklären. Wie so viele Menschen, die sie bei ihren Reisen oder auf Veranstaltungen trifft, hatte sie auch eine Chinesin gefragt, ob sie nicht einen Zwerg malen möchte. Doch sie antwortete "Wir haben keine Zwerge" und erzählte "Pandas sind unsere Lieblinge".

Selber Geschichten erfinden

Schließlich erinnerte sich die Chinesin aber doch noch an "die Frau mit den lange Haaren und die sieben Zwerge", wie Ulrike Leubner berichtet. Ja, sie redete von Schneewittchen und kannte die Geschichte aus einem Disney-Trickfilm.

Inzwischen hat die Autorin zahlreiche Fans: Drei- bis 80-Jährige, wie sie sagt, die nicht nur selber malen, sondern auch andere dazu aufrufen. "Zwerge verbinden also auch Menschen", sagt sie. Für Kindereinrichtungen aus ganz Deutschland wurde jetzt die Aktion "Buch der 1000 Zwerge" begonnen. Begeistert blättert Ulrike Leubner in einer Mappe mit den ersten Ergebnissen. Die Kinder malen nicht nur, sie erfinden auch selber Geschichten aus dem Zwergenland.

Silvia Stengel