Olbersdorf. „Omo“ heißt das sechste Buch von Ulrike Leubner aus Olbersdorf im Zittauer Gebirge, das jetzt im ClauS Verlag in Chemnitz erschienen ist und zur Buchmesse in Leipzig präsentiert wird. Der Band erzählt von der Beziehung einer Urgroßmutter, Omo genannt, zu ihrer Urenkelin. Als Fotomodell wirkte die 92-jährige Nachbarin der Autorin mit, die viel Witz und Elan habe, wie Ulrike Leubner sagt. So habe die Nachbarin erst vor ein paar Wochen verkündet, dass sie sich Krankheiten und weitere Gebrechen lieber für das Alter aufhebe. „Omo“ werde als Kinderbuch angeboten, sei aber für alle Generationen gedacht. Bekannt wurde Ulrike Leubner vor allem durch ihre Zwergenland-Bücher. (SZ/st)
Ulrike Leubner mit ihrer Nachbarin Liesel Harnisch, die der Hauptfigur des Buches „Omo“ ihr Gesicht gab. Foto: privat
Erzähltes Denkmal für eine liebevolle Wahl-Oma
Von Angelika Hoyer
Olbersdorf. Die Autorin Ulrike Leubner setzt mit ihrem neuen Buch einer Nachbarin und vielen anderen Omas ein literarisches Denkmal.
Nach manchen Schätzen muss man nicht graben oder suchen, sie gibt es gleich nebenan. Liesel Harnisch beispielsweise ist als Mensch ein solcher Schatz. Die inzwischen 92-jährige Olbersdorferin blieb bis heute die Wahloma für Ulrike Leubner. Früher, viel früher, als die Autorin selbst noch ein Kind gewesen ist, spielte sie nicht nur mit Liesels jüngstem Sohn, sondern hat bei der Nachbarin auch einen großen Teil ihrer eigenen Kindheit verbracht. So manche Weisheit, viele Wahrheiten, aber auch ganz praktische Alltagsdinge gab die Wahl- und Herzensomi ihr mit auf den Lebensweg. Einige dieser Lebens- und Erfahrungsschätze hat die 53-jährige Olbersdorfer Autorin in ihrem jüngsten Buch verarbeitet.
Die Erlebnisse der kleinen Emmi mit ihrer Urgroßmutter, die Omo genannt wird, sind eine mit viel Achtung und Liebe aufgeschriebene Reverenz an die Klugheit und Herzenswärme einer Generation, die heute nur noch selten Gelegenheit findet, Enkel und Urenkel auf deren Weg ins Leben zu begleiten.
Während die Autorin das erste Exemplar von „Omo“ in den Händen hält, bedauert sie ein klein wenig, „dass sich auch dieses Buch wieder nur unter den Kinderbüchern finden wird“. Natürlich hat sie es auch für Kinder geschrieben. Ebenso gut eignen sich die kleinen Episoden aber auch als unterhaltsames wie nachdenkenswertes Lesestück für die ganze Familie. Etwa die Geschichte um Omos kaputtes Dach, das sich nicht mehr zu reparieren lohne, weil niemand nach Omo das alte kleine Häuschen mehr brauchen kann. Und wohl selten schrieb jemand verständlicher, ehrlicher und dennoch so tröstlich über den Tod wie Ulrike Leubner in ihrem neuen Buch.
Ihre Hauptfigur indes ist noch quicklebendig. Nachbarin Liesel gibt Omo zudem ihr Gesicht. Die Fotos ergänzen, was der Text sagt: Dieses Buch ist für Menschen von fünf bis 95 geschrieben worden. Leicht lesbar auch durch die farbigen Seiten und große Buchstaben.
Die Neuerscheinung wird auf der Buchmesse Leipzig im März vorgestellt und erscheint im ClauS-Verlag Chemnitz. Vorstellen wird es Ulrike Leubner dann auch in der Region, so bei Lesungen in der Waltersdorfer Hubertusbaude und in der Jonsdorfer Leinenstube.
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